Fenster richtig einstellen Bräuler Berlin Potsdam

Fenster richtig einstellen

Ob in Wohn- oder Geschäftsräumen: unbestritten haben Fenster sehr wichtige Funktionen zu erfüllen. Sie bieten Schutz vor Kälte, Nässe und Hitze. Fenster verhindern, dass Wärme entweicht und helfen so, Heizkosten zu sparen. Gleichzeitig bieten Fenster die Möglichkeit zum Durchlüften, was essentiell ist, um Schimmelbildung entgegenzuwirken.

Damit all diese Aufgaben reibungslos erfüllt werden, ist es wichtig, dass Fenster gut gepflegt und gewartet werden. Dazu gehört nicht nur die Reinigung, sondern auch das regelmäßige Einstellen des Fensters. In diesem Zusammenhang stellen sich neben der Frage, wie ein Fenster eingestellt wird, auch folgende Fragestellungen: Wann muss ein Fenster eingestellt werden, warum muss ein Fenster eingestellt werden und wie oft muss ein Fenster eingestellt werden?

Wann Fenster richtig einstellen?

Die meisten Fenster sind in ständigem Gebrauch: Öffnen, Schließen, Ankippen usw. Aber auch der Gegensatz, wenn das Fenster kaum oder gar nicht bewegt wird, hat Auswirkungen auf die Funktionstüchtigkeit des Fensters. Zudem sind Fenster das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt – besonders die Wintermonate setzen ihnen zu.

Infolgedessen kann es zu starken Verschleißerscheinungen der einzelnen Fensterbauteile kommen – sie können sich lockern, lösen oder verschieben – die die Beweglichkeit der Fensterflügel behindern oder komplett unmöglich machen. Selten ist es nötig, dass professionelle Reparaturen oder Ersatzteile notwendig sind. In den meisten Fällen können Fenster in weniger als 20 Minuten von den Besitzern selbst eingestellt werden. Dabei macht es kaum einen Unterschied, aus welchem Material die Fenster bestehen. Häufig handelt es sich heutzutage um vorteilhafte Kunststofffenster. Diese sind sehr robust und witterungsbeständig. Bei alten Holzfenstern ist etwas mehr Feingefühl gefragt, da das Material etwas empfindlicher ist. Insbesondere wenn das Holzfenster nicht regelmäßig gepflegt wurde.

Daran erkennen Sie, dass ein Fenster neu eingestellt werden sollte:

  • Das Fenster schleift beim Öffnen und Schließen
  • Das Fenster lässt sich nur schwer oder gar nicht öffnen und schließen
  • Die Fensterflügel schließen nur bei kraftvollem Zudrücken
  • Die Fenster lassen sich nur schließen, indem die Fensterflügel leicht angehoben oder runtergedrückt werden
  • Der Fenstergriff ist nicht drehbar oder kann nicht in die senkechte Position gebracht werden
  • Das Fenster fällt nach dem Öffnen stets von allein zu
  • Es dringt spürbar Zugluft oder Feuchtigkeit durch das geschlossene Fenster

Fenster einstellen Bräuler Berlin Potsdam

Fenster richtig einstellen ist vor allem eine nützliche Maßnahme der Kostenersparnis:
Fenster sind das gesamte Jahr über den Jahreszeiten ausgesetzt. In Kombination mit einer Dauerbenutzung kann dies dazu führen, dass sich das Fenster verzieht und starke Verschleißerscheinungen auftreten. Ignoriert man die gestörte Mechanik des Fensters, kann es sogar notwendig werden, das gesamte Fenster auszutauschen.

Zudem treiben undichte Fenster die Energiekosten unnötig in die Höhe. Wenn Luft und Feuchtigkeit zwischen Fensterflügel und Rahmen hindurchgelangen, muss nicht nur die Heizung in den kälteren Monaten mehr arbeiten. Auch kann es zur gesundheitsgefährdenden Schimmelbildung kommen, was den Wohnraum unbewohnbar machen kann.

Generell genügt es, einmal im Jahr die Fenster zu überprüfen. Insbesondere vor und nach den Wintermonaten ist die Wartung und Pflege der Fenster wichtig. Das Einstellen der Fensterbeschläge will geübt sein und wird rund alle zwei Jahre empfohlen. Ein jährliches Ölen der Beschläge mit säure- und harzfreiem Öl kann die Lebensdauer des Fensters ebenfalls deutlich verlängern.
Nicht selten ist bei Neubauten das Einstellen der Fenster anfangs des Öfteren nötig. Dieser Service gehört bei guten Unternehmen meist dazu.

Es spielt keine Rolle, ob es sich um Kunststofffenster, Aluminiumfenster oder Holzfenster handelt – die Vorgehensweise ist im Grunde immer gleich. Alte Holzfenster sind von der Witterung viel stärker betroffen als Kunststofffenster. Daher verziehen sich Holzfenster mit den Jahreszeiten und es besteht ein häufiger Renovierungsbedarf, um dies zu verhindern. Das meint einerseits die regelmäßige Holzpflege- und Behandlung. Auf der anderen Seite müssen die Dichtungen zwischen Glas und Holzrahmen regelmäßig überprüft werden. Hier muss mitunter das Kitt erneuert werden, welches damals bei alten Fenstern verbaut wurde.

  1. Bereitlegen von Zollstock oder Maßband, Inbusschlüssel, Kreuzschraubendreher, passende Maul- und Schraubenschlüssel, Silikonspray zum Reinigen, Nähmaschinenöl zum Auffrischen der Reibung
  2. Die Abstände oben, unten und seitlich zwischen Fensterflügel und Fensterrahmen messen
  3. Die Abdeckkappen am Scheren- und Ecklager lösen und somit die Stellschrauben freilegen

Fensterprobleme und die richtige Einstellung des Fensters

Ein falsch eingestelltes Fenster äußert sich auf verschiedene Weise. Je nach Problem kann die Ursache an diversen Stellen des Fensters liegen. Daher ist es zunächst wichtig, das Problem genau zu identifizieren, damit klar ist, wo es klemmt oder Luft durchzieht. Je nachdem ergibt sich daraus schließlich der Lösungsweg: (1) parallele Höheneinstellung, (2) diagonale Flügeleinstellung, (3) parallele Seiteneinstellung, oder (4/5)) Anpressdruckeinstellung des Fensters.

Wichtiger Hinweis: Egal um welches Problem es sich letztlich handelt, ehe bei der Einstellung des Fensters tatsächlich Hand angelegt wird, sollte zunächst alles ausgemessen und notiert werden. Dazu die Maße zwischen Fensterflügel und Fensterahmen von allen Seiten sowie oben und unten aufnehmen.

1. Problem: Das Fenster schleift

Wenn das Fenster beim Öffnen oder Schließen den oberen oder unteren Fensterrahmen streift, hängt der Fensterflügel zu hoch oder zu tief. Möglicherweise lässt sich das Fenster nur durch Anheben oder Herunterdrücken des Fensterflügels öffnen oder schließen.

Lösung: Ecklager einstellen

  • Es muss genau ausgemessen werden, welcher Abstand der richtige ist, damit der Fensterflügel exakt mittig im Fensterrahmen sitzt.
  • Die Schraube im Ecklager wird gegen den Uhrzeigersinn gedreht, um den Fensterflügel abzusenken oder im Uhrzeigersinn, um ihn anzuheben.
  • Sobald die passende Höhe erreicht ist, muss die Schraube im Scherenlager angezogen werden, um den Fensterflügel gerade auszurichten

2. Problem: Der Fensterflügel hängt schief

Wenn der Fensterflügel in Schieflage geraten ist, können Schleifspuren an den Beschlägen oder Fensterrahmen daraufhin deuten. Überprüft werden kann dies durch das Nachmessen des Abstandes zwischen Flügel und Rahmen von allen Seiten. Sind die Abstände nicht gleich, hängt der Fensterflügel schief.

Lösung: Scherenlager nachführen

  • Im Fachhandel gibt es spezielle Multifunktionsschlüssel zum Nachstellen des Scherenlagers.
  • Die Höhe des Scherenlagers muss je nach Schieflage justiert werden:
  • Hängt der Fensterflügel zur am Rahmen befestigten Seite, muss der Fensterflügel angehoben werden, indem die Einstellschraube entgegen dem Urzeigersinn gedreht wird.
  • Wenn der Fensterflügel zur Fensteröffnungsseite hängt, sollte die Schraube im Uhrzeigersinn gedreht werden.

Fenster Scherenlager

3. Problem: Das Fenster klemmt seitlich

Das Fenster klemmt beim Öffnen oder Schließen und lässt sich nur schwergängig benutzen. Wie muss ich das Fenster einstellen, wenn es klemmt?

Lösung: Parallele Einstellung aller Lager

  • Wenn das Fenster klemmt, müssen am Ecklager und am Scherenlager Einstellungen vorgenommen werden.
  • Dazu müssen die jeweiligen Schrauben immer im Wechsel bewegt werden:
  • Soll der Fensterflügel in Richtung der befestigten Seite justiert werden, muss die Schraube im Ecklager gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden und im Scherenlager im Uhrzeigersinn.
  • Soll der Flügel hingegen in Fensteröffnungsseite bewegt werden, muss genau umgedreht verfahren werden.
  • Anschließend ist es wichtig zu überprüfen, ob nicht zu viel eingestellt wurde, dann müssten die Schritte in die andere Richtung wiederholt werden.

4. Problem: Es zieht durchs geschlossene Fenster

Wenn es am Fenster zieht, obwohl das Fenster laut Messung mittig im Rahmen sitzt, muss der Anpressdruck reguliert werden. Damit ist der Andruck des Fensterflügels an den Rahmen beim geschlossenen Fenster gemeint. Der Anpressdruck ist zu gering – Luft und Feuchtigkeit gelangen durch die Lücke zwischen Fensterflügel und Rahmen.

Lösung: Anpressdruck erhöhen mithilfe der Schließzapfen

  • Auch wenn es im Fachhandel speziell angepriesenes Werkzeug für die Einstellung der Schließzapfen gibt, genügen in der Regel ein Inbusschlüssel und Schraubendreher.
  • Die Schließzapfen befinden sich auf der Seite des Fenstergriffs.
  • Bei Sicherheitsfenstern können die Schließzapfen an unterschiedlichen Seiten angebracht sein.
  • Die Schließzapfen sollten vorsichtig herausgezogen und im Uhrzeigersinn gedreht werden bis das Fenster so eingestellt ist, dass keine kalte Luft durch die Ritzen dringt.

5. Problem: Das Fenster schließt nicht richtig

Wenn der Fenstergriff sich nicht genau waagerecht oder senkrecht stellen lässt und das Fenster nur mit viel Kraftaufwand zu schließen geht, deutet dies ebenfalls auf ein Problem mit dem Anpressdruck hin. In diesem Fall sitzt der Fensterflügel zu fest am Rahmen, der Druck muss verringert werden. Das Problem tritt häufig auch bei Balkontüren auf und ist ebenso zu handhaben. Wie sollte man Fenster und Balkontüren einstellen, die nicht richtig schließen?

Lösung: Fensterverschluss reparieren

  • Um den Druck zu verringern, müssen die Schließzapfen gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden, bis der Anpressdruck optimiert ist.
  • Ist der Fensterverschluss richtig eingestellt, sollte das Fenster leicht zu schließen sein.
  • Wichtig: Bitte darauf achten, dass der Anpressdruck nicht zu gering ist und Zugluft durch das Fenster gerät.
  • Um das Fenster bei Zugluft einzustellen, müssen die Schließzapfen in die andere Richtung gedreht werden (siehe Lösungsweg 5).

6. Sonderfall: Das Fenster fällt von allein zu

„Gesunde“ Fenster müssen einfach zu öffnen und zu schließen sein. Wenn der Fensterflügel nach dem vollständigen Öffnen von selbst wieder zufällt, kann das verschiedene Gründe haben. Möglicherweise handelt es sich um einen Baufehler: in dem Fall ist das Fenster zu dicht an der Laibung eingebaut und schlägt beim Öffnen dagegen, was zu einem Zufallen des Fensters führt.

Viel häufiger handelt es sich aber um ein mechanisches Problem mit den Drehbeschlägen. Gerade bei neuen Fenstern sind diese sehr leichtgängig und dieses Drehmoment führt zum selbstständigen Zufallen der Fensterflügel. Problematisch wird dies besonders in Räumen, wo eine regelmäßige Durchlüftung unabdingbar ist, um Schimmel zu vermeiden. Beispielsweise in Bad oder Schlafzimmer.

Lösung: Feststellbremse installieren

  • Die Feststellbremse, oder auch Reibungsbremse, wird unten an Rahmen und Flügel des Fensters befestigt.
  • Das Fenster kann nun bis zum gewünschten Grad geöffnet werden, der Fenstergriff wird anschließend auf „geschlossen“ gedreht.
  • Zum Lösen der Bremse kann der Fenstergriff wieder auf „geöffnet“ gedreht werden, um so das Fenster gänzlich zu schließen.

Woran erkenne ich, ob das Fenster korrekt eingestellt wurde?

Nachdem das Fenster justiert wurde, ist das korrekte Nachmessen das A und O. Um zu überprüfen, ob das Fenster nun optimal eingestellt ist, müssen die Fensterflügel nacheinander in drei Positionen geöffnet werden:

  1. Komplett öffnen
  2. Zu 2/3 öffnen
  3. Zu 1/3 öffnen

Das Fenster ist richtig eingestellt, wenn die Fensterflügel in ihrer jeweiligen Position bleiben und nicht von allein zufallen. Außerdem sollte es sich geräuschlos ohne Probleme öffnen und schließen lassen.


Kleines Lexikon zu Fensterbegriffen:

Fensterbeschläge verbinden Fensterflügel und Fensterrahmen miteinander. Drehbeschläge ermöglichen das vollständige Öffnen des Fensters. Dank Dreh-Kipp-Beschlägen lässt sich das Fenster zusätzlich ankippen. Auch die Schließbleche und Schließzapfen gehören zu den Fensterbeschlägen, sowie der Fenstergriff.

Ein Begriff, der vieles meint, wenn es um Fenster geht: Als Fensterband wird in der Architektur eine Aneinanderreihung von mehreren Fenstern genannt. Aber auch das Scherenlager und Ecklager, die Teile des Fensterbeschlages sind, werden als Fensterband bezeichnet. Sie müssen justiert werden, wenn das Fenster schleift, schief hängt oder seitlich klemmt. Zudem wird häufig die Fensterabdichtung als Fensterband bezeichnet.

Fensterriegel verschließen Fenster und halten sie geschlossen. Sie sind mit dem Fenstergriff verbunden. Klassische, mechanische Fensterriegel sind automatisch in jedem Fenster eingebaut. Heutzutage handelt es sich dabei um eine Pilzkopfverriegelung. Sicheren Einbruchschutz bieten jedoch nur Fensterriegel, die zusätzlich mit einem Schloss gesichert sind. Gerade Dreh-Kipp-Fenster können leicht aufgehebelt werden. Sicherheitsfenster haben nicht nur Verriegelungen bzw. Schließzapfen an der Griffseite, sondern auch an den Scharnierseiten, damit ein Aufhebeln unmöglich wird.

Wenn der Fenstergriff klemmt und sich nicht richtig in die geschlossene Position bringen lässt, ist das in den wenigsten Fällen ein Problem des Fensterriegels oder Fenstergriffs an sich. Meist ist der Anpressdruck gestört und muss mittels der Schließzapfen eingestellt werden.

Das Fenstergetriebe sorgt für reibungsloses Öffnen und Schließen der Fenster. Es befindet sich an der Seite des Fensters, wo die Schließzapfen sitzen, also neben dem Fenstergriff.

Ecklager und Scherenlager verbinden den Fensterflügel mit dem Fensterrahmen. Das Scherenlager befindet sich in der oberen Ecke und ermöglicht das Ankippen des Fensters. Das Ecklager sitzt parallel dazu in der unteren Ecke und trägt das gesamte Gewicht des Fensters. Es hält das Fenster beim Öffnen und Kippen fest verbunden mit dem Rahmen.

Wenn das Fenster schleift, klemmt oder schief hängt, müssen die Ecklager und/oder die Scherenlager eingestellt werden.

Verschluss- oder Schließzapfen beim Fenster sind Teile des Fensterbeschlages an der Griffseite des Fensters. Bei Sicherheitsfenstern finden sich gleich mehrere Fensterzapfen. Sie verriegeln das Fenster und gewährleisten ein luftdichtes Abschließen der Fensterflügel zum Fensterrahmen hin. Früher wurden sogenannte Rollzapfen in den Fenstern verbaut, heute verwendet man die deutlich einbruchsicheren Pilzkopfzapfen. Das Pendant dazu sind die Schließbleche.

Schließbleche sind das passende Gegenstück für Schließzapfen. Sie sitzen auf der gegenüberliegenden Seite des Fenstergriffs. Beim Schließen und Öffnen der Türen greifen Schließblech und Schließzapfen entsprechend ineinander oder lösen sich voneinander. Bei Sicherheitsfenstern sind mehrere Schließbleche und Schließzapfen rundherum installiert.

Schimmel durch falsch eingestellte Fenster

Schimmel in der Wohnung kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen handelt es sich um ein falsches Lüftungsverhalten der Bewohner. Ein falsch eingestelltes Fenster, an dem kalte Luft durchzieht, ist ebenfalls nicht selten Verursacher von Schimmel. Die Zugluft kühlt die umliegenden Wände, insbesondere die Fensterecken in den Laibungen, stark aus. Infolgedessen sammelt sich die Feuchtigkeit vermehrt dort und es kommt zur Schimmelbildung. In diesem Fall muss der Anpressdruck mithilfe der Schließzapfen reguliert werden.

Ein undichtes Fenster kann auch mit porös gewordenen Fensterdichtungen zusammenhängen. Die verwitterten Gummidichtungen müssen komplett ausgetauscht werden, was ein komplettes Aushängen der Fenster notwendig macht. Auch wenn es die Gummidichtungen in jedem Baumarkt zu kaufen gibt, ist das Hinzuziehen eines erfahrenen Handwerkers in diesem Fall ratsam. Die Dichtungen sollten von den Maßen her genau zum Fenster passen.

Schimmelprobleme aufgrund undichter, zugiger Fenster treten besonders in den Wintermonaten auf. Daher sind regelmäßige Kontrollen der Fenstereinstellungen besonders vor Beginn der kühleren Jahreszeiten ratsam.

Dreh-Kipp-Fenster einstellen

Dreh-Kipp-Fenster und deren Beschläge ermöglichen ein Ankippen des Fensters und das vollständige Öffnen des Fensters. Die Schere ist demnach starken Belastungen ausgesetzt, da Sie das Fenster „festhält“ beim Ankippen. Die Schere sollte regelmäßig geölt werden, damit der Verschleiß nicht allzu stark ist. Wenn die Kippfunktion des Fensters gestört ist, muss entweder die Schere des Scherenlagers repariert oder ausgetauscht werden, oder das Scherenlager sollte neu eingestellt werden.

Insbesondere wenn das Dreh-Kipp-Fenster schief hängt, sollte das Scherenlager justiert werden. Je nachdem zu welcher Seite der Fensterflügel hängt, muss die Einstellschraube mit oder entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht werden. Dafür gibt es spezielle Multifunktionsschlüssel.

In vielen Fällen klemmt das Fenster seitlich, was die Kipp-Bewegung erschwert. In diesem Fall müssen Ecklager und Scherenlager parallel eingestellt werden. Dazu die Schrauben immer im Wechsel drehen, bis die Ankippfunktion des Fensters reibungslos funktioniert.

Mit einem Kipp-Regler – auch Fensterfeststeller genannt – kann der Kippwinkel des Dreh-Kipp-Fensters individuell bestimmt werden. Das macht insbesondere im Winter Sinn, wenn beispielsweise bei geöffnetem Fenster geschlafen wird. Auch Besitzer von Haustieren wie Katzen und Co. nutzen diese praktische Möglichkeit, die für wenig Geld und in Eigenregie nachrüstbar ist.

Kunststofffenster einstellen und justieren

Kunststofffenster sind die beliebtesten Fenster. Kein Wunder, denn Kunststofffenster sind langlebig, robust, witterungsbeständig, pflegeleicht, wärmedämmend und nachhaltig. Daher verziehen sich Kunststofffenster nicht so häufig – mit Ausnahme dunkler Kunststofffenster.

Fenster mit beispielsweise anthrazitfarbenen Blendrahmen und Flügelrahmen heizen sich von der Sonne stark auf. Wichtig ist daher, dass eine Verklotzung zwischen Scheiben und Rahmen vorhanden ist, die nicht verrutscht. Dabei handelt es sich um ein Dekompressionsventil aus Kunststoff oder Hartholz, was den Überdruck durch die Sonneneinstrahlung abfängt. Auch das Glas wird dadurch vor Rissen und Co. geschützt. Zudem leiten die Tragklötze das Gewicht der Scheiben an die Unterkonstruktion ab. Weitere Klötze dienen der Lagersicherung, sogenannte Distanzklötze.

Kunststofffenster müssen, wenn sie richtig montiert wurden, nicht so häufig neu eingestellt werden, da das Material nicht so sehr arbeitet wie beispielsweise bei Holzfenstern. Dennoch ist auch hier eine regelmäßige Wartung, wie das Ölen der Beschläge, wichtig, um ein Verziehen der Kunststofffenster zu vermeiden. Im Jahreszeitenwechsel sollte zudem der Anpressdruck kontrolliert und angepasst werden. So schont man die Gummidichtungen im heißen Sommer, wenn der Anpressdruck reduziert wird und schützt vor Wärmeverlust im kalten Winter, wenn der Anpressdruck erhöht wird.

Den Fenster Druck richtig einstellen

Wenn etwas mit dem Fenster Druck nicht stimmt, kann sich das auf verschiedene Art und Weise äußern. Das Fenster ist infolgedessen „undicht“. Häufig zieht es am Fenster, es sammelt sich Feuchtigkeit am Fenster und den Ecken der Laibung. Es kann sogar zu Schimmel kommen.

Eine erhöhte Lärmbelästigung ist gerade in Großstädten oder an viel befahrenen Straßen ein zusätzliches Problem. Zu unterscheiden ist dabei als Ursache der Anpressdruck, was den Andruck des Fensterflügels an den Rahmen meint, und die Dichte des Fensters aufgrund der Gummidichtungen.

Anpressdruck: Lärmschutz durch richtig eingestellte Fenster

Tatsächlich kann der fehlerhafte Anpressdruck Ursache sein, dass zu viel Lärm durch die Fenster dringt. Der Druck zwischen Fensterflügel und Rahmen ist zu gering. In diesem Fall müssen die Schließzapfen auf der Seite des Fenstergriffs nachgezogen werden. Die Schließzapfen sollten behutsam im Uhrzeigersinn gedreht werden, bis der Fensterflügel richtig am Rahmen anliegt. Das Gleiche gilt auch für Balkontüren.

Gummidichtungen und der richtige Fensterdruck

Im Laufe der Zeit kann es passieren, dass die Gummidichtungen im Fenster porös werden oder nicht mehr richtig anhaften. Dann nützt auch das beste Schallschutzfenster nichts und Lärm gelangt ungehindert durch die Ritzen. Nicht nur Lärm, auch Feuchtigkeit und Zugluft dringt in die Wohnräume. Verschlissene Gummidichtungen bim Fenster sind ein wesentlicher Energieräuber und können sogar zu Schimmel führen.

Die Dichtungen sollten daher regelmäßig mit dem sogenannten Papiertest überprüft werden. Dazu ein Blatt Papier zwischen Fensterflügel und Rahmen halten, das Fenster schließen und nun versuchen, das Blatt Papier herauszuziehen. Gelingt dies, stimmt etwas mit den Dichtungen oder dem Anpressdruck nicht. Dichtungen sollten dann ausgetauscht werden und der Anpressdruck mittels der Schließzapfen reguliert werden.

Fensterzapfen im Handumdrehen einstellen

Die Fensterzapfen oder auch Schließzapfen befinden sich meist an der Seite des Griffs. Bei Sicherheitsfenstern sind die Schließzapfen auch auf den anderen Seiten verbaut. Die Schließzapfen verriegeln das Fenster, wenn der Fenstergriff entsprechend gedreht wird und sie erlauben ein Öffnen des Fensters bei Veränderung des Fenstergriffs. Zudem regeln Sie den Anpressdruck, was die Dichte des Fensters reguliert damit keine Luft, Feuchtigkeit und Lärm durchsickert.

Während bei alten Fenstern flache Rollzapfen eingesetzt wurden, verwendet man bei modernen Dreh-Kipp-Fenstern sogenannte Pilzkopfzapfen. Rollzapfen bieten jedoch kaum Schutz vor Einbruch. Praktischerweise können diese jedoch bei alten Fenstern durch Pilzkopfzapfen getauscht bzw. nachgerüstet werden.

Ein Einstellen der Schließzapfen ist notwendig, wenn das Fenster nur schwer schließt, der Fenstergriff sich nicht geradestellen lässt und wenn es am Fenster zieht bzw. Feuchtigkeit durchdringt. Dafür wird lediglich ein Schraubendreher sowie Inbusschlüssel benötigt. Wenn der Anpressdruck zu gering ist, schließt das Fenster nicht richtig an den Rahmen an. Die Fensterzapfen müssen in dem Fall im Uhrzeigersinn gedreht werden. Jedoch sollte das vorsichtig und nach und nach geschehen, da ein zu hoher Anpressdruck sehr belastend für das Fenstergetriebe ist und einen vorzeitigen Verschleiß des Fensters nach sich zieht.

Wenn sich das Fenster nur schwer schließen und verriegeln lässt, dann ist der Anpressdruck zu hoch und die Schließzapfen müssen gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Auch hierbei bitte gemächlich herangehen, da ein zu geringer Anpressdruck kalte Luft, Feuchtigkeit und Lärm durchs Fenster lässt.

Beachtet werden sollte, dass sich bei Sicherheitsfenstern an mehreren Seiten Schließzapfen befinden und der Anpressdruck nicht zu hoch sein sollte, da sonst die Dichtung beschädigt werden könnte. Auch bei alten Holzfenstern ist Feingefühl gefragt, da Holz empfindlicher als Kunststoff ist.

Fenster Scharnier einstellen

Als Scharniere beim Fenster werden Ecklager und Scherenlager bezeichnet. Durch sie ist der Fensterflügel mit dem Fensterahmen verbunden und sie ermöglichen ein reibungsloses Öffnen und Ankippen des Fensters.

Dass Einstellungen an den Scharnieren eines Fensters vorgenommen werden sollen, erkennen Fensterbesitzer daran, wenn:

  1. das Fenster schleift
  2. der Fensterflügel schief hängt
  3. das Fenster seitlich klemmt

Je nachdem welches Problem vorliegt, müssen Einstellungen am Ecklager (a), Scherenlager (b) oder an beiden Scharnieren (c) mit dem passenden Inbusschlüssel vorgenommen werden. Wichtig ist dabei, stets nachzumessen, ob nicht zu viel justiert wurde und andernfalls durch notwendige Schritte entgegenzuwirken.

Fenster Schließblech einstellen

Schließbleche sind Teile des Fensterverschlusses und arbeiten demnach Hand in Hand mit den Schließzapfen zusammen. Einbrecher versuchen meist zuerst die Schließbleche aufzuhebeln, daher sind moderne Pilzkopfzapfen und das entsprechende Sicherheitsschließblech am empfehlenswertesten. Sollte das Schließblech verschlissen sein, genügt es meist nur dieses auszutauschen. Gleiches gilt, wenn die Schließzapfen defekt sind.

Zum Wechseln der Schließbleche genügt ein Akkuschrauber und ein neues, passendes Schließblech.

Tipps und Tricks beim Einstellen alter Fenster

Wenn man von alten Fenstern spricht, sind damit meist Holzfenster gemeint. Diese haben keine verstellbaren Ecklager und Scherenlager, weshalb ein altes Holzfenster zum händischen Einstellen komplett ausgehängt werden muss. Daher sollte zum Justieren der Holzfenster stets ein Fachmann hinzugezogen werden.

Generell erkennt man alte Fenster zusätzlich zum unbeweglichen Scharnier an den Schließzapfen. Bei neuen Fenstern werden heute Pilzkopfzapfen verbaut, die einen höheren Einbruchschutz bieten. Alte Fenster haben stets Rollzapfen, die jedoch nachträglich durch Pilzkopfzapfen getauscht werden können.

Alte Haustür einstellen

Alte Türen müssen zum Einstellen ebenfalls ausgehängt werden. Während bei neuen Türen sogenannte Rollenbänder als Beschlag verbaut werden, funktionieren alte Haustüren mit Fitschenbändern.

Rollenbänder können ähnlich wie moderne Ecklager und Scherenlager verstellt werden, wenn die Tür zu hoch, zu tief oder schräg hängt. Bei alten Türen sind die Fitschenbänder nicht verstellbar. Alte Haustüren können eingestellt werden indem Fitschenringe unter den Fitschenbändern die Höhe der Haustür beeinflussen.

Holzfenster richten und einstellen

Das Einstellen bei Holzfenstern unterscheidet sich im Grunde nicht vom Einstellen der Kunststofffenster oder Aluminiumfenster. Auch hier kann das Holzfenster mittels diagonaler Flügeleinstellung, paralleler Seiteneinstellung, paralleler Höheneinstellung oder Anpresseinstellung justiert werden. Holz ist ein Material, welches arbeitet und somit Temperaturschwankungen und Witterungen ausgesetzt ist. Daher kann es nach den jeweiligen Winter- oder Sommermonaten vorkommen, dass sich das Fenster durch Ausdehnen oder Zusammenziehen des Holzes verzieht.

Am problematischsten sind dabei die waagerechten Elemente des Holzfensters von außen – auch waagerechter Wetterschenkel genannt. Er ist am meisten Sonne, Regen oder Hagel ausgesetzt. Eine Möglichkeit zum Schutz der Holzfenster bieten anklippbare Gummiprofile, die zur Fensterscheibe hin zusätzlich abdichten.

Tatsächlich ist es so, dass viele ältere Holzfenster keine verstellbaren Scharniere, also bewegliche Ecklager und Scherenlager haben. Dennoch ist die Einstellung der alten Holzfenster auch möglich, sollte jedoch nur von Fachleuten durchgeführt werden, da die Holzfenster komplett ausgehängt werden müssen. Gleiches gilt bei alten Balkontüren oder Terrassentüren aus Holz. Auch hier ist ein Aushängen und verständiges Justieren notwendig.

Ein häufiges Problem bei (alten) Holzfenstern sind schadhafte und poröse Dichtungen beziehungsweise maroder Holzkitt. Bei undichten Stellen zwischen Glas und Holzrahmen dringen Feuchtigkeit und Zugluft durch die Fenster, was zu Wärmeverlust und Schimmel führen kann. Bilden sich Kondenswasser oder Schneeblumen am Fenster, deutet dies meist auf ein Problem mit der Dichtung hin.

Holzfenster renovieren

Generell gilt: Eine regelmäßige Wartung der Holzfenster trägt zur Witterungsbeständigkeit bei und sorgt dafür, dass sich das Holzfenster weniger verzieht. Gerissener oder abgeplatzter Lack muss komplett entfernt und erneuert werden. Bei Unsicherheiten lohnt es sich stets, einen Fachmann um Rat zu fragen, ob das alte Holzfenster renovierbar ist, oder komplett getauscht werden sollte. Diese Schritte sind bei der Renovierung des Holzfensters notwendig:

  1. Die Fensterflügel aus dem Rahmen entnehmen.
  2. Wenn noch nicht geschehen, müssen poröser Kitt, Dichtungen oder gelockerte Silikondichtungen entfernt und erneuert werden.
  3. Abgesplitterten und rissigen Lack entfernen, indem der Holzrahmen komplett mit grobem Schleifpapier abgeschliffen oder mit Lösungsmittel abgebeizt wird.
  4. Größere Risse mit Holzspachtelmasse ausbessern und das Holz mit feinem Schleifpapier glattschleifen.
  5. Holzschutz sowie Grundierung auftragen und zum Schluss Holzlack in der gewünschten Farbe auf das Holzfenster streichen.
  6. Erneut sehr fein abschleifen und dünn überlackieren.

Gewährleistung auf eingebaute Fenster

Beim Kauf neuer Fenster und Türen besteht grundsätzlich eine gesetzliche Gewährleistung von 5 Jahren laut BGB. Auf Zubehör und sognannte Verschleißeile, wie Fensterbeschläge, werden 2 Jahre gewährt. Bedeutet, der Verkäufer muss für eine mangelhafte Leistung oder ein fehlerhaftes Produkt aufkommen.

Die Frist dieser Mängelhaftung beginnt mit dem Tag der Anlieferung. Sobald die Fenster geliefert und/oder eingebaut wurden, muss der Kunde sie auf Transportschäden, Mängel, Funktionstüchtigkeit und Co. überprüfen und diese dem Lieferanten oder Monteur mitteilen. Am besten wird dies schriftlich auf dem Liefer- oder Auftragsschein festgehalten. Einige Firmen gewähren eine Woche oder länger, um Reklamationen zu übermitteln.

Im Unterschied dazu wird die Garantie gehandhabt, die Händler oder Hersteller Ihren Kunden freiwillig zusichern.

Wer haftet, wenn neue Fenster klemmen?

Wenn neue Fenster verbaut wurden und vom Käufer ohne Bemängelungen abgenommen wurden, wird es schwierig, falls plötzlich Probleme auftauchen. Denn auch wenn eine Gewährleistung von 5 Jahren besteht, hat der Käufer bestätigt, dass die Fenster in Ordnung sind und steht nun in der Beweispflicht, dass der Schaden vorprogrammiert war. Es muss also nachgewiesen werden, dass die Qualität des Fensters oder des Einbaus von Anfang an nicht stimmte.

Zudem steht in den meisten Verträgen der Hersteller, dass die Fenster einmal im Jahr zu warten sind. Tritt ein Mangel auf, muss der Käufer nachweisen, dass er der Wartungspflicht nachgekommen ist – diese sollte von einem Fachmann durchgeführt und bescheinigt werden, da es sonst schwierig wird, die ordnungsgemäße Pflege des Fensters zu beweisen. Das eigenständige Einstellen der Fenster zählt demnach nicht als Wartung. Im Gegenteil: die Einstellung der Scherenlager und Ecklager muss innerhalb der ersten 5 Jahre zwingend vom Profi durchgeführt werden, da sonst keine Gewährleistung besteht. Viele Fensterbaufirmen bieten daher Wartungsverträge an, womit sie die Fenster jährlich überprüfen und gegebenenfalls justieren und reparieren. Wenn solch ein Wartungsvertrag abgeschlossen wurde und es kommt zu einem Mangel, dann greift die Gewährleistung.

Sind Mieter für das Einstellen der Fenster verantwortlich?

Mieter sollten in der Kleinstreparaturklausel ihres Mietvertrages prüfen, ob Sie für das Einstellen der Fenster verantwortlich sind. Vom Gesetz her ist es so geregelt, dass der Vermieter Sorge für die Instandhaltung zu tragen hat. Dazu gehört auch das Fenster einstellen. Bedeutet, Vermieter können ihre Mieter nicht dazu verpflichten, die Fenster selbst einzustellen oder einstellen zu lassen. Jedoch können die Kosten dafür dem Mieter zur Last gelegt werden. So ist es auch in den meisten Mietverträgen formuliert.

Die genauen Kosten für die jeweiligen Reparaturen müssen ebenso im Mietvertag angegeben sein, wie die jährliche Obergrenze. Beispielsweise dürfen laut einiger Verträge nicht mehr als 200 Euro pro Jahr für Kleinstreparaturen vom Mieter verlangt werden.

Zu beachten gilt zudem, dass die Fenster Eigentum des Vermieters sind, daher ist von einem selbstständigen Einstellen der Fenster durch den Mieter abzuraten. Andernfalls können Schadensersatzforderungen auf den Mieter zukommen.

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